Sexuelle Fantasien

Sexuelle Fantasien

Sexuelle Fantasien bescheren uns ein intensives, erotisches Gefühl, das sehr genussvoll sein kann. Aber über sexuelle Fantasien zu sprechen ist ein weit verbreitetes Tabu.

Dabei sind es genau diese imaginativen Gedanken die uns aus den Fesseln unseres Alltages befreien können.

Und dann gibt da die Momente der Verunsicherung – Was wenn meine Fantasien nicht normal sind?

In diesem Artikel werden folgende Themen behandelt:

    Diese 6 sexuellen Tabus sind normaler als Du denkst.

    Die folgenden Aussagen sind das Ergebnis einer Erhebung von Dr. Justin Lehmiller, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Kinsey Instituts in Indiana: Our 7 Most Common Sexual Fantasies

    1. Sex mit mehreren Partnern

    Multipartnersex, Dreier, Orgien, Gangbangs. 89% der Befragten berichten, dass sie von Sex mit mehreren Partnern fasziniert sind. Warum?

    Es könnte sein, dass beim Sex mit mehreren Partnern die Angst vor Ablehnung nicht so groß ist. Es gibt uns ein Gefühl von sexueller Kraft und Freiheit, weil wir mit mehr als einer Person Sex haben können.

    Multipartnersex kann sehr befreiend wirken. In einer Gruppe Sex zu haben, kann unsere Gefühle intensivieren. Wir fühlen uns legitimiert, akzeptiert, normalisiert.

    2. Eine Frau mit zwei Liebhabern

    Zwei Liebhaber, die sie gleichzeitig anbeten – das gehört gewiss zu den beliebtesten Frauenfantasien.

    Die Vorstellung von zwei Männern auf einmal verwöhnt zu werden, verspricht natürlich doppeltem Genuss.

    Doch werden Frauen in der Realität nach einem Dreier gefragt, sagen die meisten ‘nein’. Denn zwischen Fantasie und Realität liegen Welten.

    3. Kraftvoller, kontrollierender, rauer Sex.

    65% sagen, dass sie von BDSM fasziniert seien.

    Die Kombination von Freude und negativen Sanktionen ist der Kick beim BDSM. Dabei ist BDSM sehr viel mehr als Peitschen und Handschellen.

    Es geht um Dominanz und Unterwerfung. Dominanz trägt Leidenschaft mit sich, sanfte Gewalt kann diese wirklich zum Vorschein bringen. Und genau das wünschen sich Frauen!

    Einmal ganz “hart rangenommen” zu werden, ohne wenn und aber. Ein Mal komplett unterwürfig zu sein und ihn machen zu lassen, was und wie er es will…

    4. Etwas Neues, Abenteuer, Variationen

    Das können neue Positionen oder eine ungewohnte Umgebungen sein.

    Männer träumen meistens von Dingen, die sie nicht bekommen können. Frauen fantasieren im Gegenzug über Dinge, die sie sich nicht trauen – wie ein One Night Stand mit einem komplett fremden Mann!

    Sexuelle Fantasien

      Es ist der Reiz des Unbekannten, der diese Fantasie für Frauen besonders aufregend macht. Auch der Hauch von Gefahr kann die weibliche Lust entfachen. Wer von uns steht nicht auf ein bisschen Nervenkitzel?

      Sex in der Öffentlichkeit ist die Weit verbreitetste Fantasie von Frauen. Warum?

      Weil es eine brisante Kombination einer neuen Erfahrung in Verbindung mit Imagination und Kreativität ist.

      Ob durch einen offenen Türspalt oder vom Nachbarn durch das Fenster ohne Vorhang: Manche Frauen genießen es, beim Sex von anderen beobachtet zu werden.

      Dies gilt vor allem für Frauen, die gerne im Mittelpunkt stehen. Die Vorstellung funktioniert aber auch andersrum: Viele Frauen stellen sich gerne vor, wie sie andere beim Sex beobachten.

      58% geben zu darüber nachzudenken, dass sie gerne zuschauen würden, wenn ihr Partner Sex mit anderen hat.

      5. In einer Nicht-Monogamen Beziehung leben

      Swinger Partys, Polyamorie, offene Ehe. 79% der Männer, 62% Frauen fasziniert das.

      Hier spielt der Wunsch nach einer stabiler Partnerschaft und gleichzeitig nach der Freiheit eine entscheidende Rolle.

      Der Wunsch nach Zugehörigkeit und gleichzeitig nach Unabhängigkeit steht hinter dieser Fantasie.

      6. Homosexuelle Erotik

      Hier werden die Fesseln des eigenen Geschlechtes abgelegt.

      Im Gegenteil zu Männern, haben viele Frauen kein Problem mit gleichgeschlechtlichen Fantasien.

      Viele Frauen finden weibliche Körper sinnlich und würden gerne mal einen schönen Busen liebkosen oder rote Lippen küssen.

      59% Frauen sagen, dass sie fasziniert sind von Sex mit anderen Frauen.

      26% Männer haben Fantasien über Sex mit anderen Männern.

      Fantasien verstehen

      Wir erleben unser sexuelles Leben in einem komplexen Zusammenspiel von Bedürfnissen und Vorstellungen. Wir suchen nach Liebe, Freude, Ekstase, Einheit, Transzendenz.

      Unser reales sexuelles Leben ist begrenzt, aber unsere Imagination ist so groß wie der Ozean und so vielfältig wie der Urwald.

      Es ist ein zentraler Kern unserer Sexualität und hilft uns, das Interesse über eine lange Zeit aufrecht zu erhalten.

      Unsere sexuellen Fantasien sind eine Fundgrube die uns etwas über unser Leben und die Dynamik unserer Beziehungen und Partnerschaften erzählen.

      Der Entstehungsprozess von Fantasien

      Auch wenn wir in einer Zeit beispielloser sexueller Freiheit leben. Gibt es eine tiefe Ambivalenz rund um Sexualität.

      Sie lässt uns zwischen den beiden Extremen der exzessiven Möglichkeiten und repressiven Einschränkungen schwanken.

      Unsere Sexualität ist unter anderem von der emotionalen Geschichte unserer Kindheit geprägt.

      Was geschah in unserer Kindheit?

      Es spielt eine große Rolle, wie wir als Kind geliebt wurden. Das prägt unser Leben und wie wir selbst lieben werden.

      Wie offen und tolerant waren die Eltern in Bezug auf Sexualität? Wie waren die ersten erotischen Körperempfindungen als Jugendlicher?

      Die meisten Sexlehren die unsere Teenagerjahre begleiten kann man allerdings zusammenfassen in ein großes „Tu das nicht“.

      Wir sprechen im Zusammenhang mit Sexualität meistens über Gefahren und Krankheiten, viel weniger über Intimes und gar nichts über unsere Imagination.

      Fundgrube für unser Interesse an Sex

      Wir erleben unser sexuelles Leben in einem komplexen Zusammenspiel von Bedürfnissen und Vorstellungen. Wir suchen nach Liebe, Freude, Flucht, Ekstase, Einheit, Transzendenz.

      Unsere sexuellen Fantasien sind eine Fundgrube. Sie sagen uns etwas über unser Leben, unserer Beziehungen.

      Sie erzählen Dir etwas über Deine Bedürfnisse in Deinen erotischen Begegnung. Dein Verlangen, Deine Hoffnungen, Deine Ängste.

      Sexuelle Fantasien

      Unser reales sexuelles Leben ist begrenzt, aber unsere Imagination ist so groß wie der Ozean und so vielfältig wie der Urwald.

      Es ist ein zentrale Kern unserer Sexualität und hilft uns das Interesse an Sex über eine lange Zeit aufrecht zu erhalten.

      Wer setzt uns Grenzen?

      Zum Einen sind es die Grenzen unserer Kultur und unserer Religion. Wir lernen schon in jungen Jahren was erlaubt ist und welche Grenzen nicht gebrochen werden dürfen.

      Zum Anderen stehen unsere sexuellen Fantasien oft in einem krassen Gegensatz zu dem Bild, das wir selbst von uns haben. Ganz zu Schweigen, wie wir nach Außen auftreten und wie andere uns sehen.

      Sie können total gegen unsere Überzeugungen und unsere Vernunft gehen. Das macht den natürlichen Umgang mit ihnen so schwer.

      Verlegenheit und Scham

      Wenn die Sexualität einer Person mit viel Verlegenheit und Scham behaftet ist, dann können Fantasien über die Hürde dieser Scham und Verlegenheit hinweghelfen.

      Sich in den Bereich der sexuellen Fantasien zu begeben, bedeutet zu akzeptieren, dass wir vielfältig sind, dass wir voller Widersprüche sind und dass wir mit dem Anderssein spielen wollen.

      Aber was, wenn das, was uns anturnt, unseren Partner abturnt? Oder schlimmer, was, wenn wenn es ihn anekelt?

      Unser erotischer Verstand ist sehr sensibel für Zensur und wenn etwas nach Beurteilung riecht weiß er gut, sich im Untergrund zu verstecken.

      Dann fragt man sich beim nächsten mal ob es sich wirklich lohnt, sich in den Untergrund der sexuellen Wünsche zu begeben.

      Warum entfacht in uns eine Fantasie die Erotik?

      Warum sollte jemand, dessen höchstes Gut die Privatsphäre ist, Sex in der Öffentlichkeit haben wollen?

      Warum sollte ein Chef geschlagen und dominiert werden wollen?

      Es ist das Abenteuer jenseits des normalen Lebens, das wir spannend finden.

      Und das geniale daran ist: Wir behalten immer die Kontrolle. Bei allen fantastischen Imaginationen kann uns nichts passieren.

      Wir können immer steuern, lenken, verändern, beenden. Wir sind die Herrscherinnen und Herrscher unserer Fantasien.

      Sexuelles Theater

      Nur weil wir in einem Theaterstück das Kostüm einer Hexe oder eines Kapitäns anziehen, heißt das nicht notwendigerweise, dass wir eine Hexe oder ein Kapitän sein wollen.

      Wenn wir im sexuellen Theater spielen, wollen wir wissen wie es ist, wenn wir nicht wir selbst sind.

      Unsere Fantasien und die Tabus die sie beinhalten sind symbolische Landkarten unserer tiefsten Wünschen.

      Sexuelle Fantasien können unser sexuelles Leben vom Alltäglichen in etwas viel Größeres und Weiteres bringen.

      Aber es bedeutet, darüber zu sprechen.

      Fantasien kommunizieren

      Sexuelle Fantasien sind verschiedene Szenarien, die wir uns vorstellen können, damit sie unser Leben freudvoller und intensiver machen.

      Und dennoch sprechen wir, wenn überhaupt, mehr über unser sexuelles Leben als über unsere sexuellen Fantasien.

      Wir alle leben in einer Gesellschaft mit sozialen und sexuellen Tabus. Dazu kommt ein Mangel an Kommunikation über sexuelle Themen.

      Beides zusammen hat zur Folge, dass wir über das Thema sexuelle Fantasien weder mit unseren Freunden noch mit unserem Partner sprechen.

      Fest steht: Es gibt kaum etwas Intimeres, als die geheimsten Gedanken mit jemandem zu teilen und vielleicht sogar vom Wunsch in die Wirklichkeit umzusetzen.

      Erlaubnis zu sprechen

      Eine Therapie ist oft der einzige Ort, an dem wir uns die Erlaubnis geben, über erotische Träume oder Vorstellungen zu sprechen und mit erotischen Rollen zu spielen.

      Hier erlauben sich die Menschen ihre Sehnsucht

      • nach spiritueller Einheit, nach dem Ausdruck von Liebe
      • nach einem Gefühl von Begehrt- oder Genommen-Werden
      • nach Öffnung und Sicherheit
      • und das Bedürfnis nach einem sicheren Platz, um mit Aggressionen zu experimentieren,
      • nach dem Spiel mit Macht und Hingabe

      auszudrücken.

      Aber außerhalb der therapeutische Praxis bricht diese Freiheit darüber zu sprechen zusammen.

      Zum einen ist dieses intime Sprechen über sexuelle Fantasien ein soziales Tabu. Zum anderen beinhalten diese Fantasien selbst sexuelle Tabus.

      Sie sind in der Regel verboten, unmoralisch und pervers. Sie überschreiten die rote Linie. Es ist all das, was man nicht tut.

      Spiele mit Deinen Fantasien

      Was gibt es besseres, als sich einfach fallen lassen zu können und zu hundert Prozent zu genießen?

      Wieso ist es dann so schwer im realen Leben zumindest beim Sex den Kopf abzuschalten, damit man diesen vollkommen genießen und einen fantastischen Höhepunkt erleben kann?

      Sexuelle Fantasien

      Gott sei Dank gibt es die Fantasie! Denn Frauen träumen gerne davon, es hemmungslos zu treiben – Leidenschaft pur!

      Einige von uns läd gerade das Verbotene zum experimentieren ein. Uns wird so oft erzählt was wir nicht tun sollten oder dass unsere Neugierde unangemessen ist.

      Das treibt uns an, den Regeln und Normen zu trotzen. Wir wollen aus der Normierung aussteigen.

      Indem wir sexuelle Tabus erforschen, lernen wir uns selbst besser kennen. Wir erkennen unsere Schattenseiten und unsere emotionalen Bedürfnisse.

      An Erotik-Vorlieben herantasten

      Das ganze Pulver an sexuellen Fantasien gleich bei der ersten Gelegenheit zu verschießen, wäre ein Jammer.

      Vom ersten sanften Biss in den Hals bis zu ausgeklügelten SM-Varianten kann es ein langer, aber durchaus genussvoller Weg zu zweit sein.

      Wenn die Vorlieben sehr speziell sind, empfiehlt es sich vielleicht, erst mal gemeinsam einen Film anzusehen, wo solche Praktiken Thema sind oder solche Szenen vorkommen.

      Anhand der Reaktion des Partners lässt sich dann schon mal ganz gut einschätzen, ob er mit dabei wäre oder nicht.

      Dem Partner die richtige erotische Literatur zu empfehlen, ebnet diesen Weg manchmal auch.

      Erkennst Du Deine Grenzen?

      Wichtiger noch, als erotisches Neuland zu erschließen, ist das Erkennen und Akzeptieren der eigenen Grenzen.

      Ab dem Moment, wo Du Dich unwohl, unsicher oder verletzlich fühlst, ist es Zeit, im wahrsten Sinne des Wortes, die Grenzen zu ziehen. Sexualität soll ein lustvoller Akt sein, keine Überwindung.

      Negative Erfahrungen können nicht nur das Erleben von Sinnlichkeit in der Gegenwart, sondern auch in Zukunft negativ beeinträchtigen.

      Noch schlimmer, als sich selbst zu überfordern, ist es, wenn der Partner Deine Grenzen nicht respektiert.

      Nein heißt Nein

      Ein Nein ist ganz klar ein Nein. Da sollte es überhaupt nicht zu Diskussionen und Haarspaltereien kommen.

      Es spielt dabei gar keine Rolle, aus welchem Grund Du eine bestimmte Sache nicht mitmachen willst.

      Deine Intuition ist Dein bester Freund. Verrate sie nicht, um jemand anders einen flüchtigen Sex-Kick zu verschaffen.

      Generell gilt in Sachen Erotik: Geben und Nehmen müssen sich die Waage halten.

      Wie jeder Bereich einer Beziehung kann es auf die Dauer nicht sein, dass einer nur der Nutznießer ist, selbst aber wenig bis nichts in das gemeinsame Leben einbringen möchte.

      Sexualität ist daher ein hervorragender Gradmesser um festzustellen, wie es um die Partnerschaft insgesamt bestellt ist.

      Guter Sex ohne Fantasien?

      Die besten Abenteuer sind im Kopf. Dort dürfen sie auch gerne bleiben, wenn man als Mensch eher dazu gemacht ist, Intimes für sich zu behalten und nicht jeden erotischen Gedanken laut aussprechen kann oder möchte.

      Sex ist definitiv auch ohne fantasievolle Elemente eine Bereicherung für jede Partnerschaft.

      Wenn die Basis stimmt und beide Partner sich in Liebe und Respekt verbunden fühlen, kann Sex, der auf die Basics reduziert ist, auch ohne Feuerwerk für Befriedigung und gegenseitige Erfüllung sorgen.

      Selbst wenn man die eigene Sexualität- aus welchen Gründen auch immer – nicht wirklich ausleben will oder genießen kann:

      Mit dem Menschen, dem man in Liebe verbunden ist, sexuelle Lust zu erleben und diese mit Hingabe zu praktizieren, kann zehnmal besser sein, als Fantasien hinterher zu rennen, denen das wirkliche Leben nicht gerecht werden könnte.

      Mein Name ist Iris Baumann und ich arbeite als Sexualberaterin. Auf diesem Blog schreibe ich über Partnerschaft, Weiblichkeit und Sexualität in der zweiten Lebenshälfte. Mehr über mich hier.

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